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Unsere Romanempfehlungen:
Belletristik, Kunst & Kultur
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Der Richter
In seinem neuesten Bestseller kehrt John
Grisham zurück nach Clanton, Mississippi, einer fiktiven
Kleinstadt in einem Bezirk, wo der Autor einst selbst als
Anwalt tätig war. Dort, im tiefen Süden der USA, muss Ray
Atlee das finstere Erbe seines patriarchalischen Vaters,
des alten Richters Atlee, antreten. Und schon bald merkt
Ray, dass er nicht der Einzige ist, der dessen
schreckliches Geheimnis kennt.
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Baudolino
Eco ist mit seinem neuen Roman Baudolino
ins Mittelalter zurückgekehrt: nicht ins 14. Jahrhundert der
ebenso gelehrten wie durchtriebenen Mönche aus Ecos Welterfolg
Der Name der Rose, sondern ins 12. Jahrhundert. Er
erzählt die Geschichte des (fiktiven) Bauernsohns Baudolino
aus dem Piemont, der um 1155 als Kind von Kaiser Friedrich
Barbarossa aufgelesen wird und in den folgenden 50 Jahren
überall dabei ist, wo Geschichte gemacht wird: Die
historischen Ereignisse von Barbarossas Kämpfen gegen die
aufständischen Städte der "Lega Lombarda" bis zu seinem
Kreuzzug ins Heilige Land dienen Eco dazu, mit leichter Hand
in die politischen und geistesgeschichtlichen Hintergründe
dieser Epoche einzuführen, und ermöglichen ihm, originelle
Antworten auf bisher ungelöste Fragen der Geschichtsschreibung
zu geben.
Dabei entpuppt sich Baudolinos
Lebensgeschichte, die er im Jahre 1204 selbst einem
Geschichtsschreiber erzählt, als die blanke Lüge. Baudolino
ist ein Hochstapler, ein Schelm, ein schlitzohriger
Aufschneider -- das bestreitet er auch gar nicht. Denn mit
seiner Fähigkeit, haarsträubende Geschichten zur Wahrheit zu
erklären, will er selber in die Weltgeschichte eingegriffen
haben: Er will die Stadt Alessandria erst erbaut und dann
gerettet haben; er will aus taktischen Gründen die
Heiligsprechung Karls des Großen erwirkt haben; er will eine
einfache hölzerne Trinkschale zum Heiligen Gral erklärt und
damit Barbarossa zum Kreuzzug veranlasst haben. Dass
Baudolinos Berichte von seinen ruhmreichen Tricks, Intrigen
und Lügen mit Vorsicht zu genießen sind, ist klar -- ein
Lügner lügt auch dann, wenn er von seinen Lügen erzählt.
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Per Anhalter
durch die Galaxis. Sammelband.
Als Douglas Adams im Sommer 2001 verstarb,
verlor die Welt mit ihm den Autor eines der grandiosten
Science Fiction Saitiren überhaupt. Die wahrscheinlich
einzige Trilogie in 5 Bänden erzählt die Geschichte des
etwas verwirrten Erdenbürgers Arthur Dent, dessen Planet für
eine intergalaktische Umgehungsstraße gesprengt worden
musste. Begleitet von seinem ausserirdischem Freund Ford
Perfect, erlebt er nach seiner überhasteten Flucht von der
Erde unglaubliche Abenteuer und erfährt schon bald Näheres
über den Sinn des Lebens und die enorme Bedeutung eines
Handtuchs. Auf den Ersten Blick mag dies alles äusserst
verwirrend und beängstigend wirken, doch der "Anhalter"
sorgt schon auf der ersten Seite, in großen freundlichen
Buchstaben für Entspannung - man ließt dort (und das sollte
jeden Leser beruhigen und auch überzeugen das Buch zu
kaufen): KEINE PANIK!
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Hunde von Riga.
Kriminalkommissar Kurt Wallander saß in
seinem Zimmer im Polizeipräsidium von Ystad und gähnte. In
diesem Moment kam Martinson ins Zimmer. ›Vor ein paar
Minuten haben wir einen merkwürdigen Anruf erhalten‹, begann
er, ›er kam aus einer Telefonzelle. Ein Mann behauptete, daß
bald irgendwo hier an der Küste ein Rettungsboot mit zwei
toten Männern an Land treiben würde … Dann legte er auf.‹ –
Wer sind die Toten? Und wohin ist das Rettungsboot
verschwunden? Die Ermittlungen führen Kommissar Wallander
nach Osteuropa. Er gerät immer tiefer hinein in ein kaum
noch zu durchschauendes Komplott unsichtbarer Mächte, in dem
er nicht nur seinen Glauben an die Gerechtigkeit verliert,
sondern auch fast sein Leben läßt ...
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Die Brandmauer.
Deutliche Gesellschaftskritik verpackt in
absolut hochkarätiger Spannung, das kann nur einer: Henning
Mankell. Endlich ist er da, der neue Wallander-Krimi und auch
in diesem Fall ermittelt der einsame 50-jährige Kommissar, der
sich "uralt und kraftlos" fühlt, eigenwillig, manchmal
dickköpfig, aber doch immer mit dem seinen Fans schon so
vertrauten Team. Ein brillant erdachter Fall, der nach 570
fesselnden Seiten bedrückende und bedrohliche Visionen
zurücklässt. In einem Interview sagt Mankell, gefragt, warum
die Verbrechen, die er beschreibt oft so bestialisch seien:
"Die Welt ist viel schlimmer als die Verbrechen in meinen
Büchern." Wohl wahr!
Ein Taxifahrer wird brutal von zwei jungen
Mädchen ermordet, ein Mann bricht vor einem Geldautomaten tot
zusammen, seine Leiche wird aus der Pathologie gestohlen, in
einer Transformatorstation finden die Beamten eine verkohlte
Leiche. Ein turbulenter Fall, in dem lange so wenig zueinander
passen will. Die Ermittlungen führen von dem kleinen
schwedischen Städtchen Ystad bis nach Angola, reichen von Mord
bis zu einem perfiden Computerverbrechen von internationalem
Format.
Brandmauern oder Firewalls -- natürlich geht
es um Datennetze, elektronische Kommunikation, die Welt des
Internets. "Die Verwundbarkeit der Gesellschaft in der sie
lebten, war größer, als jemand hatte ahnen können".
Computerspezialisten als Terroristen, ein einzelner Rechner,
der die ganze Welt lahm legt?
Als Krimi genial und atemberaubend, als
reales Geschehen nicht mehr utopisch, eher eine Angst
erregende Vorstellung. Nüchtern schreibt Mankell, oft kurz und
bündig, das ist nervenaufreibend, macht süchtig. Aber: Er legt
es nicht nur auf Spannung allein an. In seinen Romanen will er
gesellschaftliche Entwicklungen beleuchten: "Wir müssen ein
neues Sozialsystem schaffen, sonst geht die Welt zugrunde."
Wallander in Höchstform. 26 Länder hat
dieser Kommissar mit begnadeter Intuition im Sturm erobert, er
wurde verfilmt, bescherte seinem Erfinder Millionenauflagen
und Preise. Kaum zu fassen, dass der ihn demnächst in den
Ruhestand schicken will. Wer weiß, vielleicht überlegt er es
sich ja doch noch.
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Generation Golf. Eine
Inspektion.
Herrjeh, die Achtziger. Junior-Hefte,
Nino de Angelos Jenseits von Eden, der Sieg von VHS
über Video 2000, die nervös piepsende Windrose am Ende der
Tagesschau. Der FAZ-Nachwuchsfeuilletonist Florian Illies,
28, plaudert aus dem Scout-Schulranzen über die Urszenen
seiner Menschwerdung als Stilkritiker. Und siehe da: Es
wurde eine üppige Enzyklopädie der Marken und Moden der
letzten 30 Jahre.
Immerhin markieren die 80er-Jahre den
besseren Teil dieses materialistischen Poesialbums. Respekt
vor der schieren Menge an Souvenirs, die Illies kurzweilig
aneinander reiht. Doch das Urteil fällt ungnädig aus. Es
war unser Lehrer "Harald Schmidt, der uns zeigte, wie träge
und abgeschlafft" das alles war - so langweilig, dass
selbst "junge Frauen nicht merkten, dass sie die ganze Zeit
ihre Hand in grünem Palmolive-Spülmittel badeten". Zum
Glück kamen danach gleich die Neunziger! Nun sind wir
Zeitungsredakteure oder Start-up-Unternehmer, wir, die
erste wirkliche Scheidungskindergeneration. "Wir sind ewig
infantil", aber wir nehmen es in Kauf. Fragt uns einer beim
Börsengespräch überraschend nach inneren Werten, dann sagen
wir: In der Tat, diese Aktie hat noch verborgenes
Potenzial.
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